#MyHomeIsMySchool: Ein Hashtag steht für Verbundenheit

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Annalena (li.) bekommt von ihrer jüngeren Schwester "Nachhilfe" in Mathematik. Dieses Foto hat sie unter #MyHomeIsMySchool an der KGS Gieboldehausen eingereicht. (Quelle: privat)

Uta Pizzano quälte die Frage: „Was kann man tun, damit sich unsere Schüler(innen) und Kolleg(innen) im Homeschooling weniger allein fühlen?“ Die Mathematiklehrerin der KGS Gieboldehausen suchte gemeinsam mit ihrem Kollegium nach einer Antwort und fand sie im kreativen Umgang mit IServ als verbindendem Element.

Die Sehnsucht nach der echten Welt

„Im ersten Lockdown ging es darum, schnelle und einfache Lösungen für ein funktionierendes Homeschooling zu finden“, erinnert sich Uta Pizzano. Der erneute Lockdown zu Beginn des Kalenderjahres stellte sowohl die Lehrerinnen und Lehrer als auch die Schülerinnen und Schüler vor eine neue emotionale Herausforderung.

„So spannend Videokonferenzen am Anfang waren, so sehr die neu entdeckten Funktionen dazu beitragen, dass Homeschooling besser läuft, desto größer wächst bei allen Beteiligten das Bedürfnis, sich auch mal wieder in der echten Welt zu sehen“, betont die Pädagogin. Dass bei dem einen oder der anderen auf Dauer eine gewisse Ernüchterung eintrete und man sich nach einem normalen Schulalltag sehne, sei laut der dreifachen Mutter da doch nur verständlich.

Weil Uta Pizzano der reale Austausch mit Kollegen und Schülern in der Schule ebenso fehlte, ersannen sie und das Kollegium der KGS Gieboldehausen eine Idee, „um der Tendenz der Vereinsamung entgegenzuwirken und etwas zu schaffen, das in dieser schweren Zeit verbindet“. Mit dem Rückhalt der Schulleitung wurde der Hashtag #MyHomeIsMySchool ins Leben gerufen.

Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen wurden aufgefordert, via IServ Bilder von sich und ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice einzusenden. „Normalerweise sehen sie sich jeden Tag“, sagt Pizzano und ergänzt: „Jetzt war es wenigstens möglich, mal die vertrauten Gesichter zu sehen und einen kleinen Einblick zu bekommen.“

„Ein Gefühl von Verbundenheit“

Am Beispiel der Mitschüler(innen) sei am ehesten sichtbar geworden, dass man gemeinsam in einem Boot sitzt. Durch den kleinen Einblick in das Leben der Anderen entstünde etwas Verbindendes: „Solche Aktionen verkürzen wochenlanges Homeschooling zwar nicht, tragen aber dazu bei, die Situation etwas einfacher zu machen, indem sie das Gefühl vermitteln, nicht alleine zu sein“, freut sich die engagierte Lehrerin und sieht darin einen weiteren positiven Aspekt: „Das schafft ein Gefühl der Verbundenheit!“

Für ihre Idee rührten Pizzano und ihre Kolleg(innen) die Werbetrommel. Die Eltern wurden informiert und im News-Bereich ein Aufruf gestartet, der auf die neue Aktion aufmerksam machen sollte. Schnell erreichten an die 150 Fotos die Lehrerin im IServ. „Am Anfang lief es ein wenig schleppend an“, so Pizzano, ihre Schüler(innen) hätten sich nach dem Motto: ‚Ich habe was geschickt, dann schick du auch was!“ jedoch gegenseitig zur Teilnahme angespornt.

Auch im Lehrerkollegium fand #MyHomeIsMySchool schnell begeisterten Anklang. „Das war echt schön und ein kleiner Ansporn für die Kinder, dranzubleiben und wieder ein bisschen was anderes zu sehen“, berichtet Uta Pizzano. Und es ging sogar noch ein Stück weiter: Über ein im Rahmen der Aktion entstandenes Video hätten sich nicht nur die Schüler(innen) und Kolleg(innen) gefreut, sondern auch die Eltern. „Auch aus dieser Richtung haben wir unfassbar viel positives Feedback erhalten. Die Eltern haben sich über unsere Idee gefreut“, fügt die Mathematik- und Religionslehrerin an.

Trotz aller Herausforderungen in der aktuellen Situation hat Uta Pizzano einen großen Gewinn für die Schule festgestellt: „Ohne den gesellschaftlichen Druck des Lockdowns und die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel wären wir sicherlich nicht so schnell auf dem Weg der Digitalisierung vorangeschritten“, erklärt sie.

Leonie vermisst ihre Klasse im Homeschooling. (Quelle: privat)

Was kommt nach #MyHomeIsMySchool?

Für die Zeit nach dem Distanzunterricht haben Uta Pizzano und die KGS sich auch schon Gedanken gemacht und ihre Idee weitergedacht. So befinden sich die Musiklehrer derzeit in der Ausarbeitung einer weiteren Aktion. Die Schulhymne soll neu vertont und dann in einem Musikvideo aus Beitragen von #MyHomeIsMySchool zusammengeschnitten werden.

„Ich denke, dass IServ auch nach Corona für unsere Schule unverzichtbar bleiben wird, weil es eine große Hilfe im Schulalltag ist“, erklärt Pizzano, die nicht unerwähnt lassen möchte, dass seit der Anschaffung im ersten Lockdown eine große Entwicklung stattgefunden habe. Deshalb kann sie sich durchaus vorstellen, dass der kreative Umgang mit der digitalen Schulplattform nach der Pandemie weiter wachsen werde.

Dies könnte laut Uta Pizzano künftig auch unter der Weiterentwicklung des Hashtags zu #MySchoolIsMyHome geschehen: „Unser Ziel ist es, den Schulbesuch für die Schülerinnen und Schüler langfristig wieder attraktiv zu machen, sodass sie gerne wieder in die Schule kommen und sich gerne dort aufhalten.“